Die Brücke von Andau - Ungarnaufstand 1956

Projekt der HS Andau

 

“Vor 50 Jahren stand Andau für einige Zeit im Mittelpunkt des Weltgeschehens, die Welt blickte auf  unseren Ort an der ungarischen Grenze.“

Mit diesen Worten eröffnete Dir. Lorenz Pelzer eine Lesung  aus dem Buch „Die Brücke von Andau“ von J.A. Michener, vorgetragen von Mag. Anna Edwell, vor den Schülern der HS Andau.
 

     
 

Optisch unterstützt wurde der Vortrag durch die Projektion zeitgeschichtlicher Aufnahmen, mit Bildern aus der damaligen Wochenschau, sowie durch Impressionen von Kunstwerken entlang der “Fluchtstraße”, die von der Grenze nach Andau führt.

Filmausschnitte aus „Bockerer III – Die Brücke von Andau“ veranschaulichte die Tragödie der Flüchtenden sehr deutlich.

 

Schon seit Wochen setzen sich die SchülerInnen der HS Andau mit ihrer unmittelbaren lokalen Zeitgeschichte auseinander. Aufbauend auf einem fundierten Basiswissen, das vor allem in GS, GW vermittelt wurde, entstanden Plakate, Zeichnungen, Texte, wurden Gegenstände wie Deutsch, Informatik, Bildnerische Erziehung und andere in die konkrete Projektarbeit involviert.

 
 

Ein Besuch der Ausstellung “Vom Traum zum Trauma, Ungarnaufstand 1956” im Landesmuseum Eisenstadt stand genauso auf dem Programm, wie eine Erkundung der historischen  Stätte rund um die heutige Brücke über den Einserkanal.

 

Dort wurde u. a. mit von den Kindern mitgebrachten und ihrem Namen versehenen Steinen das “Peace”-Zeichen entlang der Grenze nachgebildet, als Ausdruck des nachhaltigen Wunsches der SchülerInnen solch kriegsartige Szenen in ihrer unmittelbaren Umgebung nie (mehr) erleben zu müssen.

 
 

Zudem wurden entlang der Grenze so genannten “Pflückgedichten” und “Brückentexten” angebracht. Eine Vielzahl an Luftballonen in den ungarischen und österreichischen Landesfarben am Brückengeländer sollte der offiziellen Veranstaltung am  darauf folgenden Tag einen bunten Rahmen bieten.

 
 
 
Die Ausführungen eines Zeitzeugen, Herr Paul Kohlenberger, der als Gendarm die dramatischen Ereignisse vor Ort miterlebte, waren fesselnder Höhepunkt eines Ausflugs in die eigene Geschichte.
 
 
 

Die Tatsache, dass von den geschätzten 80 000 Flüchtlingen, die über die Brücke von Andau den Weg in die Freiheit fanden, ein großer Teil Hilfe und Unterstützung durch ihre Urgroßmütter und -väter erfuhren, ließ zum einen eine gewisse Art von Stolz bei den SchülerInnen aufkommen, stimmte aber angesichts des aktuellen Umganges mit dem Thema Ausländer viele auch nachdenklich: “Haben die Leute damals wirklich soviel mehr zu teilen gehabt als heute…?”

Dir. Pelzer Lorenz: “Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Schülern und Schülerinnen die Geschichte ihres unmittelbaren Lebensraumes nahe zu bringen. Weiters sehen wir es als wesentliches Ziel, die Grenzen zu unseren Nachbarn zu überwinden und dadurch unseren Kindern und Jugendlichen neue Chancen in einem vereinten Europa zu ermöglichen.“

 
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