Projekt „Grenzfall 1989/2009“

20 Jahre Fall des Eisernen Vorhanges

Ein mehrmonatiges Projekt – Start Februar 2009 – der Neuen Mittelschule Andau in Zusammenarbeit mit der HAK/HASCH Frauenkirchen und der Mora Ferenc Grundschule Mosonmagyarovar fand am Freitag, 19. Juni, in der voll besetzten Aula der NMS Andau seinen würdigen Abschluss.

In Anwesenheit des Amtsführenden Präsidenten des Burgenländischen Landesschulrats Dr. Gerhard Resch wurde den Besuchern ein ebenso inhaltlich anspruchsvolles wie kurzweiliges Programm geboten:

 Der aus ungarischen und österreichischen SchülerInnen zusammengesetzte Chor gab Lieder in deutscher, ungarischer und englischer Sprache zum Besten.

 
 SchülerInnen der NMS Andau lieferten einen geschichtlichen Überblick vom 2. Weltkrieg bis zum Abbau des Eisernen Vorhanges und trugen Sprechtexte zum Thema „Grenzen“ vor. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema fand sowohl in Form von Bildern, Collagen und Skulpturen seinen Niederschlag, als auch in einer eindrucksvollen nonverbalen Performance, die die Situation vor und nach dem Fall der Grenzen zum Inhalt hatte.
 
 

 Nicht zuletzt wurde ein ca. 20-minütiger Film präsentiert. „Alphabet ohne Grenzen“- so der Filmtitel – entstand als eine Gemeinschaftsproduktion der 3 am Projekt beteiligten Schulen unter der fachlichen Begleitung des bekannten Filmregisseurs Peter Payer. In Form einer umfangreichen Dokumentation wurde das gesamte Projektgeschehen schriftlich und bildlich festgehalten.

 

 

 
Zwei Aspekte strich der Schulleiter der NMS Andau, Dir. Lorenz Pelzer, in seiner Rede besonders hervor: Zum Einen passt das Projekt geradezu ideal in das standortspezifische Modellkonzept der NMS Andau, wo von „schulübergreifenden Projektformen, gemeinsamen regionalen Projekten mit ungarischen Partnerschulen“ mit dem Ziel der Entwicklung einer „regionalen Identität“ ebenso die Rede ist wie von einer „offenen Schule“ im Sinne von Hinausgehen aber auch Hereinlassen von und Kooperieren mit schulfremden Personen und Einrichtungen. Zum Anderen sehen die LehrerInnen der NMS Andau die Notwendigkeit, SchülerInnen mit so bedeutsamen Ereignissen wie dem Fall des Eisernen Vorhanges zu konfrontieren, zumal es sich dabei um ein historisch einzigartiges Geschehen von globaler Bedeutung handelt, das sich hier vor unser aller Augen in greifbarer Nähe abgespielt hat.

So wurden im Verlauf des Projektes immer wieder „Grenzfälle“ thematisiert, wie auch Dr. Resch in seiner Ansprache hervorhob: Ob diese nun um territorialer, weltanschaulicher, pädagogischer oder gesellschaftlicher Natur sind, sieht der Landesschulratspräsident als sekundär an, wichtig ist es, am Abbau ebendieser zu arbeiten, Erfahrungen in „Grenzbereichen“ zu machen und danach sich auf „neuem Terrain“ wiederzufinden. Dabei war der unmittelbare persönliche Bezug des Redners zu dem Thema nicht zu überhören, stammen doch beide seiner Großmütter aus Ungarn, wie er in Anspielung auf seine eigenen „Grenzerfahrungen“ anmerkte.

Für einen stimmungsvollen Ausklang der gelungenen Veranstaltung zeigte sich der Elternverein der NMS Andau verantwortlich, der im Schulhof die zahlreichen Gäste mit kleinen Imbissen und Getränken verwöhnte.

 
 
 
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